kreatives Üben

Veröffentlicht auf von Rechtschreibbär

Nicht mehr lange und es gibt Halbjahreszeugnisse. Für viele Kinder beginnt bald das letzte Halbjahr vor dem Schulwechsel. In den Grundschulen werden Basiskompetenzen erlernt, im lezten Schuljahr mit zunehmenden Anforderungen im schriftlichen Ausdruck. Es wird mehr Text geschrieben, längere Texte, das heißt es werden zwangsläufig mehr Wörter geschrieben. Mehr Wörter pro Text heißt auch, dass sich automatisch auch die Fehlerhäufigkeit vieler Kinder erhöht. Auch wird nun viel öfter frei geschrieben, Aufsätze, Nacherzählungen, Diktate werden seltener. All das birgt mehr Stolperstellen und eine zunehmende Fehlerhäufigkeit. Das ist normal und in der Regel nicht tragisch, denn mit zunehmender Anwendung des schriftsprachlichen Ausdrucks erhöht sich auch die Schreibsicherheit. Aber nicht allen Kindern gelingt es mit dem allgemeinen Lerntempo Schritt zu halten. Der Erfahrung nach wird nun aber auch zuhause besonders viel geübt, damit sich die Rechtschreibsicherheit erhöht. Das erzeugt auf unsichere Kinder enormen Druck. Deshalb kann sich ein „mehr üben" oft als böse Falle erweisen. Der Druck wird zu hoch, die Kinder verweigern die Mitarbeit. Regelmäßig, aber mäßig üben ist die Devise.

 

  

Üben Sie mit dem Kind täglich zehn Minuten, am besten mit einem Kurzzeitmessers, damit das Kind weiß, dass es wirklich nicht länger als zehn Minuten übt. Oder legen Sie eine Regel fest: Es werden jeden Tag drei Fehlerwörter geübt oder fünf Sätze geschrieben. Für das Kind muss die Zeitspanne des Übens übersichtlich sein und die Übungszeit darf nicht als Strafe empfunden werden.

 

Legen Sie eine individuelle Wörterkartei, mit den häufigsten Fehlerwörtern Ihres Kindes, an. Lassen Sie das Kind das Fehlerwort in einen kurzen Satz einbinden, ein Wort aus der gleichen Wortfamilie suchen oder lassen Sie es aus einem Adjektiv ein Nomen machen oder das Adjektiv steigern. Sinnvoll ist auch der Aufbau eines Fehlerwortes Buchstabe für Buchstabe.

 

m

möc

möch

möcht

möchte

F

Fu

Fuß

Fußb

Fußba

Fußbal

Fußball

g

gu

guc

guck

gucke

gucken

 

Vermeiden Sie stures dreimaliges Wiederholen des Fehlerwortes, üben Sie kreativ mit Ihrem Kind. Lassen Sie beispielsweise aus dem Wort ein Bild malen, es in unterschiedlichen Schriften bunt schreiben. Vielleicht lassen Sie das Wort in einer Zeitschrift suchen, ausschneiden und aufkleben. Je kreativer Sie mit dem Fehlerwort umgehen, umso schneller wird die richtige Schreibweise abgespeichert und ist später auch leichter wieder abrufbar.

 

Die bessere Alternative zum Üben ist nicht mehr üben, sondern kreativer üben.

 

 

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Veröffentlicht in Tipps und Übungsvorschläge, VGW

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