Damit Lesen Spaß macht
Die Sommerferien sind vorbei und der Schulalltag hat wieder begonnen.
Für Schwierigkeiten in allen Fächern sorgt oft ein mangelndes Leseverständnis, denn für viele Schüler und Schülerinnen ist das Lesen eine Strafe, wenn überhaupt wird der Text herunter geleiert und mit dem Textverständnis ist es nicht so weit her. Lesen wird fachübergreifend gebraucht, egal, ob es sich um das Verstehen von Textaufgaben, das Lesen von Anweisungen oder das Lernen von Gedichten handelt.
Wenn man nicht versteht was man liest, der Inhalt sich nicht erschließt, dann ist Lesen in der Tat mühsam, freudlos und man empfindet es als Strafe. Jeder der einmal versucht hat seitenweise einen fremdsprachlichen Text zu lesen, dessen Sprache er nicht beherrscht, wird wissen, dass dabei der Spaß und die Freude sehr schnell auf der Strecke bleibt. Erschließen sich uns aber fremde Gedanken, öffnen sich fantastische Welten und ziehen uns gar Abenteuer in das Buch, ist das Lesen eine sehr fesselnde Angelegenheit.
Um den Leseprozess bei Kindern langsam zu automatisieren empfiehlt sich das Blitzlesen. Dazu werden kurze Wörter (zuerst zwei, dann drei, später vielleicht vier Buchstaben) auf Kärtchen geschrieben - in, um, Hut, am, an, und, Tal, Wal, der, die, das, wir, uns - usw. Diese werden dann kurz hochgehalten, von Kind gelesen und laut gesagt. Auf diese Weise lernen Kinder diese Wörter auf einem Blick am Wortbild zu erkennen, so dass sich nicht mehr mühsam erlesen werden müssen. Machen Sie einen kleinen Wettbewerb daraus. Legen Sie eine Zeit fest (ein oder zwei Minuten) und zählen Sie wie viele Wörter das Kind in dieser Zeit liest. Im Laufe der Zeit werden die erkannten Wörter immer mehr, so hat auch das Kind einen sichtbaren Erfolg.
Eine andere gute Übung ist es gelesene Texte mit eigenen Worten zusammenfassen zu lassen. Oder lesen Sie selbst vorher den Text und fragen Sie ihr Kind hinterher: Wer hat was, wann gemacht? Welche Farbe hatte das T-Shirt oder was war es für ein Hund der im Text erwähnt wurde? War ein wichtiges Detail groß oder klein usw. Je mehr Fragen vom Kind richtig beantwortet werden können, umso mehr Spaß macht auch das Lesen.
Um dem Lesen den Schrecken zu nehmen, machen Sie ein Spiel aus den täglichen Leseminuten. Wenige Minuten reichen schon, denn zu viel Förderung kann ins Gegenteil umschlagen und ein Verweigerungsproblem erzeugen. Schrecken Sie auch nicht vor Comics zurück, wenn das Kind eine Vorliebe dafür zeigt. Auch sie eignen sich zum Lesenlernen. Die Sprechblasentexte sind kurz, die Bilder schnell und leicht zu erfassen. Das Lesen eines Comics bildet eine gute Brücke zum Buch und wenn die Freude am Lesen erst geweckt ist, wächst auch die Motivation.
So wird auch Ihr Kind vielleicht zur Leseratte oder wenigstens zum Lesemäuschen.